BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüne Oldenburg Land

Programm zur neuen Gemeinderatsperiode

Download des grünen Wahlprogramms


Klar zur Wende!

Grünes Team

Unser Kurs:

  • begrenztes Wachstum und biologische Vielfalt

  • solidarische Lebens- und Wirtschaftsweise

  • Bürgergemeinde Ganderkesee


Vorbemerkung

Die neue Wahlperiode umfasst den Zeitraum von Herbst 2021 bis Herbst 2026 und fällt damit in eine Zeit, in der sich die Corona-Pandemie in einem fortgeschrittenen Stadium und der Klimaschutz in einer frühen Phase verschärfter Zielsetzungen befinden.

Die Schwerpunkte Grüner Politik im Gemeinderat von Ganderkesee liegen auf:

Klimaschutz -Artenvielfalt - Lebensqualität

Das am 12. Mai 2021 vom Bundeskabinett beschlossene Bundes-Klimaschutzgesetz 2021 sieht vor, die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 schrittweise wie folgt zu senken:

  • bis zum Jahr 2030 um mindestens 65 %
  • bis zum Jahr 2040 um mindestens 88 %
  • bis zum Jahr 2045 soll die Netto-Treibhausgasneutralität erreicht werden.

Damit ist das Ziel auch für den Klimaschutz in Ganderkesee gesetzt:

Netto-Null-Treibhausgasemissionen in knapp 25 Jahren

Um dieses Ziel zu erreichen genügt es nicht, weitere Solaranlagen zu installieren, vorhandene Fahrradwege auszubauen und noch ein paar Blühstreifen anzulegen, sondern es ist ein grundlegender Umbau unserer Gemeinschaft im Sinne ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit erforderlich. Dafür braucht es eine politische Wende, welche die Grünen im Gemeinderat von Ganderkesee mit diesem Programm umreißen.


Grenzen des Wachstums

Unser gegenwärtiges Gesellschaftsmodell beruht darauf, durch permanentes wirtschaftliches Wachstum den Wohlstand zu erhalten bzw. diesen möglichst noch zu vermehren. Deshalb wird eine jährliche Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als erforderlich für eine positive Entwicklung unseres Gemeinwesens angesehen.

Mittlerweile mehren sich die Erkenntnisse, dass Ereignisse wie Pandemien und insbesondere der fortschreitende Klimawandel Folgen einer auf Wachstum setzenden Lebens- und Wirtschaftsweise sind. Die Herausforderung der nächsten Jahrzehnte ist es deshalb, unsere Gesellschaft so zu gestalten, dass ein gutes Leben bzw. Wohlergehen aller Menschen ohne Wachstumszwang möglich wird.

Grüne Ganderkesee
stellen sich der Herausforderung, die Gemeinde Ganderkesee auf den Kurs zum „Guten Leben unabhängig vom Wachstum“ zu bringen.

Einhalt der Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke

Grüne Ganderkesee
werden in der kommenden Wahlperiode einen ihrer Schwerpunkte darauf legen, die Inanspruchnahme von zusätzlichen Flächen für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung stetig zu verringern sowie qualitativ auf die Erfordernisse eines konsequenten Klimaschutzes auszurichten

Landwirtschaftliche Flächen

Etwa zwei Drittel der Fläche von Ganderkesee (ca. 9.000 ha) wird von der Landwirtschaft beansprucht. Die ca. 5.700 ha Ackerland und ca. 3.300 ha Grünland werden ausschließlich konventionell bewirtschaftet. Ökolandbaubetriebe gibt es in der Gemeinde Ganderkesee nicht.

Grüne Ganderkesee
verfolgen das Ziel, dass, über die bereits bestehenden überregionalen Förderungsprogramme und das Öko-Modellprojekt des Landkreises hinaus, umstellungswillige Landwirtinnen und Landwirte auch auf Gemeindeebene u.a. finanziell und strukturell unterstützt werden, um kurzfristig einen Anteil von 10% und mehr Ökologische Landwirtschaft in Ganderkesee zu erreichen

Grüne Ganderkesee
setzen sich ein für eine bäuerliche Landwirtschaft zur Versorgung der Region mit ökologisch angebauten und auf regionalen Märkten angebotenen hochwertigen Lebensmitteln. Industrialisierte Landwirtschaft, Flurbereinigung und Flächenübernahmen lehnen wir strikt ab.


Biologische Vielfalt

Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen sind Träger der Stoffkreisläufe. Sie reinigen Wasser und Luft, sorgen für fruchtbare Böden und angenehmes Klima, sie dienen der menschlichen Ernährung und Gesundheit und sind Basis und Impulsgeber für zukunftsweisende Innovationen.

Nur eine intakte Natur ermöglicht heutigen und zukünftigen Generationen eine hohe Lebensqualität, unter anderem durch natürliche Produkte, ein ansprechendes Wohnumfeld und erholsame Landschaften, die gleichzeitig auch Wurzel der regionalen Identität der Menschen sind.

Grüne Ganderkesee
stehen für die Berücksichtigung der Auswirkungen von Entscheidungen des Rates auf den Erhalt und die Stärkung der Biologischen Vielfalt und setzen sich für mehr Artenschutz ein. Hierzu ist zunächst auch die Entwicklung geeigneter Maßnahmen zur Erfolgskontrolle erforderlich.

Mehr Flächen für Natur- und Landschaftsschutz

Das Leitbild vom Wachstum als wichtigste Voraussetzung für eine positive gesellschaftliche Entwicklung führt nicht nur zur quantitativen Überforderung unseres begrenzten Planeten, sondern zerstört auch die qualitativen Grundlagen unserer Existenz, unter anderem durch die Verringerung der biologischen Vielfalt.

Die Bundesregierung hat bereits vor ca. 15 Jahren mit der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt Minimalziele bis 2020 gesetzt, die auch als Grundlage für Maßnahmen in der Gemeinde Ganderkesee dienen können.

  • 20% der landwirtschaftlich genutzten Fläche werden ökologische bewirtschaftet
  • 5% der Waldfläche sind Wälder mit natürlicher Waldentwicklung
  • 2% der Landesfläche Deutschlands werden zu Wildnisgebieten

Eine gute Grundlage bietet dabei der Landschaftsrahmenplan, der von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises fortgeschrieben wurde und der die Potenziale für eine zukünftige Entwicklung der Landschaft unter Berücksichtigung des Erhalts und Stabilisierung der Artenvielfalt bietet.

Grüne Ganderkesee
sehen die Notwendigkeit der kurzfristigen Umsetzung von Maßnahmen zur Biologischen Vielfalt bei der Landwirtschaft, der Waldbewirtschaftung und der Entwicklung von Wildnisgebieten auf der Grundlage des Landschaftsrahmenplans des Landkreises Oldenburg.


Klimaschutz

Auch wenn derzeit die Klima-Krise in der öffentlichen Diskussion von der Corona-Krise überdeckt wird, bedroht sie nach wie vor die Lebensgrundlagen der gesamten Menschheit. Weder weltweit, noch in der Europäischen Union, in Deutschland oder in Ganderkesee ist ein Erreichen des gesetzten Zieles, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, möglichst 1,5 Grad, zu beschränken, bisher erkennbar. Bestätigt wird dieser Zustand durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 29. April 2021, in dem das deutsche Klimaschutzgesetz aus dem Jahre 2019 in Teilen für verfassungswidrig erklärt wird.  Die Aufgabe von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft von Ganderkesee wird es in der kommenden Wahlperiode sein, Maßnahmen zu entwickeln und auf den Weg zu bringen, die unsere Kommune klar und eindeutig in Richtung Klimaneutralität führen.

Grüne Ganderkesee
räumen dem Klimaschutz in ihrer Politik höchste Priorität ein. Sämtliche Entscheidungen in Politik und Verwaltung werden davon abhängig gemacht, welchen Einfluss diese auf das Klima haben, klimaschädliche Projekte werden konsequent abgelehnt, dem Klimaschutz dienende Aktivitäten werden unterstützt.


Solidarische Lebens- und Wirtschaftsweise

Sowohl das Gute Leben unabhängig vom Wachstum als auch die Klimaneutralität sind nur durch konsequente Hinwendung zu einer solidarischen Lebens- und Wirtschaftsweise zu erreichen. Diese ist durch die folgenden Begriffe gekennzeichnet:

  • Demokratisierung: Alle an den Entscheidungen beteiligen, die sie betreffen, und mit den nötigen Mitteln dazu ausstatten
  • Commoning (Allmende, Gemeingüter): Güter und Dienstleistungen gemeinschaftlich schaffen, nutzen und pflegen
  • Reproduktion (Sorge, Pflege, Betreuung): Maßstab aller Tätigkeiten ist es, Leben zu erhalten, zu entfalten und Beziehungen zu pflegen
  • Dependenz (Abhängigkeit): Mensch und Natur sind untrennbar verbunden

Suffizienz (Genügsamkeit, das richtige Maß): Genug für alle statt immer mehr für wenige.

Ansätze gibt es bereits heute z.B. in Form der solidarischen Landwirtschaft, Repaircafes, der Fairtrade-Initiative, Bürger-Photovoltaikanlagen, der Insektenschutz-Akademie des Regionalen Umweltzentrum (RUZ) in Hollen oder vonBürgerinitiativen, die mit Recht für sich beanspruchen, an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt zu werden.

Grüne Ganderkesee
stehen für die Unterstützung von Initiativen, die im Sinne einer Gesellschaft unabhängig vom Wachstum agieren und werden die Rahmenbedingungen durch entsprechende Förderprogramme optimieren

Nach der Corona-Pandemie

Die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erforderlichen Beschränkungen belasten auch einen großen Teil der Ganderkeseer Bürgerinnen und Bürger. Forderungen aus den Kreisen der derzeit amtierenden Politikerinnen und Politiker verfolgen mehrheitlich den Kurs einer Rückkehr zu einem Leben wie vor der Pandemie, indem der Rückgang des BIP möglichst schnell ausgeglichen wird. Aber dies ist kein Zukunftsmodell für das Leben auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen. Die Chance, die uns die Pandemie bietet, ist die, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise so zu gestalten, dass die Zukunft der heutigen und nachfolgenden Generationen ein gutes Leben in den ökologischen Grenzen unseres Planeten Erde ermöglicht.

Grüne Ganderkesee
sehen die Chance, die Erfahrungen der Corona-Krise zu nutzen, um unsere Lebens- und Wirtschaftsweise zu einer Gesellschaft unabhängig vom Wachstum umzubauen und damit für die Überwindung der Klima-Krise zu stärken.

Kunst und Kultur

Grüne Ganderkesee
setzen sich für öffentliche Räume ein, welche regelmäßig für Bürgerinnen und Bürger offenstehen und gemeinsame Kunst- und Kulturangebote ermöglichen, z.B.: einmal wöchentlicher Treffpunkt zum gemeinsamen Austausch, Musizieren, Singen, Poetry Slam, dem sogenannten „open mic“ (öffentliches Mikrofon) bei dem Personen, die sich z.B. in Bars, Cafés oder auf Veranstaltungen treffen, ihre Werke vorstellen.

Bedarf an Wohnungen

In Bedarfsanalysen der Kreis- und Gemeindeverwaltung in Ganderkesee wird die Notwendigkeit einer anhaltend hohen Bautätigkeit mit dem angeblich vorhandenen Bedarf an zusätzlichem Wohnraum begründet. Demgegenüber steht die sowohl in der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes als auch im integrierten Umweltprogramm des Umweltbundesamtes geforderte Ressourcenstrategie einer schrittweisen Verringerung der Flächeninanspruchnahme zu Siedlungs- und Verkehrszwecken bis 2050 auf Netto-Null bzw. eine Flächenkreislaufwirtschaft. Für Ganderkesee bedeutet dies, dass die jeweiligen Vierjahresmittelwerte des Flächenverbrauchs auf 3,65 ha pro Jahr im Jahr 2025, 2,92 ha pro Jahr im Jahr 2030 und im Jahr 2050 auf Netto-Null zurückgehen sollten.

Grüne Ganderkesee
setzen sich dafür ein, dass Politik und Verwaltung von Ganderkesee die Entwicklung und Realisierung von Bauvorhaben in eigener Hand durchführen und verbindliche Kriterien für die Gestaltung von Wohnraum und -umfeld vorgeben, um die Einhaltung der Nachhaltigkeitsziele und deren Sozialverträglichkeit zu gewährleisten. Dadurch wird den derzeitigen und zukünftigen Einwohnerinnen und Einwohnern eine langfristig gute Lebensqualität und unseren Kindern und Enkelkindern eine nachhaltige Zukunft gesichert.


Energieversorgung

Anforderungen an Neu- und Umbau von Wohngebäuden

Grüne Ganderkesee
stehen für die Festsetzung von zukunftsfähigen Baustandards wie den Passivhausstandard und ein klima- und naturgerechtes Wohnumfeld im Rahmen der Bauleitplanung. Das gilt gleichermaßen für gemeindeeigene Gebäude wie Schulen, Kindergärten usw. Der Gemeinde kommt diesbezüglich eine Vorbildfunktion zu.

Energiesparen und Umstieg auf erneuerbare Energie

Grüne Ganderkesee
sehen die Notwendigkeit, durch technische Verbesserungen und Verhaltensänderungen der Bevölkerung den Energiebedarf bis 2050 um mehr als 50% zu senken und den geringeren Energiebedarf durch erneuerbare Energien zu decken. Die Gemeinde unterstützt die Durchführung konkreter Vorhaben zur Verlängerung der Nutzungsdauer von Dingen des täglichen Bedarfs durch Initiativen und Selbsthilfegruppen wie beispielsweise Tauschbörsen und Reparatur-Cafés.


Wirtschaft

Neue Gewerbegebiete

Grüne Ganderkesee
setzen sich ein für einen sofortigen Stopp der Ausweisung von neuen Industrie- und Gewerbeflächen, einschließlich der bereits in Planung oder Umsetzung befindlichen Vorhaben, solange bis eine nachhaltige Zukunftsstrategie diskutiert und verabschiedet ist. Deswegen wird die Entwicklung der Erweiterung des Gewerbegebietes Bookhorn bis auf Weiteres nicht fortgesetzt

Grüne Ganderkesee
stehen dafür, dass bei vorhandenen und neuen Gewerbeansiedlungen dieselben Baustandards wie bei Wohngebäuden anzuwenden sind. Auf Dachflächen sind grundsätzlich Dachbegrünungen anzulegen und Photovoltaikanlagen zu installieren. Neue Gewerbegebiete sind klimaneutral zu gestalten.

Kriterien für die Ansiedlung von Betrieben

Ökologische Anforderungen, die sich daraus im Hinblick auf den Standort für die Ansiedlung eines Unternehmens in Ganderkesee ergeben, sind möglichst geringe Verbräuche von Energie, Wasser und Ressourcen durch innerbetriebliche Kreisläufe, Minimierung von Abfällen durch Recycling in eigenen Anlagen oder angeschlossenen Betrieben, vollständige Vermeidung schadstoffhaltiger Emissionen durch Abwasser und Abluft sowie Lärm.

Soziale Kriterien, die Voraussetzungen an die Ansiedlung von Betrieben in Ganderkesee darstellen, sind die gleichwertige Berücksichtigung von Frauen und Männern bei Anzahl und Bezahlung sowie eine angemessene Einstellung von Menschen mit Behinderungen.

Grüne Ganderkesee
setzen sich dafür ein, in Ganderkesee eine Ökonomie zu entwickeln und langfristig zu etablieren, welche hohe soziale und ökologische Standards aufweist und deren wesentliches Erfolgskriterium das Gemeinwohl ist.

Land- und Forstwirtschaft

Der Land- und Forstwirtschaft kommt neben der Erzeugung von gesunden Nahrungsmitteln und Holz eine besondere Rolle im Hinblick auf das Erreichen der Klimaneutralität bis 2045 zu, indem sie ihre Emissionen von Treibhausgasen auf Netto-Null reduzieren sowie zusätzlich durch Humusaufbau und Aufforstung Senken für unvermeidbare CO2-Emissionen bereitstellen muss.     

Grüne Ganderkesee
unterstützen die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Ganderkesee bei der Durchführung von Projekten und Beschaffung von Fördermitteln zur Etablierung von CO2-Senken.

Mobilität

Grüne Ganderkesee
stehen für eine konsequente Verkehrswende in deren Mittelpunkt die Unversehrtheit von Menschen, Natur und Klima steht. Diese umfasst die weitgehende Vermeidung von Emissionen durch Schadstoffe und Lärm, eine Rückführung der Flächenversiegelung auf Netto-Null sowie präventive Maßnahmen zur Verkehrssicherheit, entsprechend den Zielen von VISION ZERO,
einer Sicherheitsstrategie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates mit dem Ziel die Zahl der Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr auf Null zu bringen.

Dafür haben wir die folgende Vision

Grüne Ganderkesee
setzen sich dafür ein, dass sich Ganderkesee auf den Weg zur Fahrradgemeinde macht und ein ganzheitliches Konzept zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erstellt und zügig umsetzt. Nur so wird die bevorzugte Nutzung des Fahrrades gefördert und für einen großen Teil der Bürgerinnen und Bürger attraktiv.

Schwer- und Landwirtschaftlicher Verkehr

Grüne Ganderkesee
halten es für unbedingt erforderlich, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die Durchfahrt von Schwer- und Landwirtschaftlichen Verkehren durch die Ganderkeseer Ortschaften zu verhindern.

ÖPNV

Grüne Ganderkesee
halten es im Sinne einer solidarischen Gemeinschaft für unverzichtbar, dass Mobilität allen gleichermaßen zur Verfügung steht und nicht von dem Besitz eines Autos abhängig ist. Deshalb setzen wir uns vehement für die Erweiterung des ÖPNV-Angebots in Ganderkesee ein.

Verkehrssicherheit

Grüne Ganderkesee
stehen für eine präventive Verkehrssicherheit, die auf einer Verringerung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h in den Ortschaften sowie Fahrradstraßen und shared-space-Zonen in den Ortskernen und Straßen mit zeitweise hoher Querungsintensität.

Verkehrslärm

Grüne Ganderkesee
halten es für erforderlich, dass die Regeln für Anflug zum und Abflug vom Verkehrslandeplatz eingehalten und konsequent überwacht werden und seitens des Landeplatzbetreibers sichergestellt wird, dass ein Überfliegen von Wohngebäuden unterbleibt, um die Lebensqualität der vom Fluglärm betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner zu verbessern.

Priorisierung und Finanzierung des Umbaus der Verkehrswege

Grüne Ganderkesee
halten es für erforderlich, kurzfristig ein Konzept für den Umbau der Gemeinde Ganderkesee zur Fahrradgemeinde zu erstellen und den Straßenausbau bis zum Vorliegen dieses Konzeptes zu stoppen sowie eine Prioritätenliste zu erstellen, die sich an diesem Konzept orientiert. Die Kosten für den Straßenumbau werden grundsätzlich von der Gemeinde in voller Höhe übernommen. Beim Umbau von Nebenanlagen an Kreisstraßen ist der Landkreis zu beteiligen.


Kommunale Gesundheit

Grüne Ganderkesee
unterstützen eine vorausschauende Planung der Versorgungsangebote und fördern aktiv deren Vernetzung. Der Rettungsdienst sowie die Notärztinnen und Notärzte sind in der Gemeinde Ganderkesee zu erhalten und zu stärken.

Eine grüne Gesundheitspolitik geht über die Fragen der Versorgung im Krankheitsfall hinaus und adressiert gesundheitsfördernde Aspekte in allen Politikbereichen. Gesundheitsinformation und Gesundheitsförderung begreifen wir als kommunale Aufgabe der Daseinsfürsorge. Dies umfasst alle Altersbereiche: Gesund aufwachsen, leben, arbeiten und altern. Menschen können nur in einem gesunden Umfeld gesund leben. Eine kommunale Politik, die Gesundheit in allen Politikbereichen mitdenkt und verankert, kann zum Abbau von vermeidbaren Gesundheitsrisiken beitragen, die Lebensqualität aller erhöhen, soziale Ungleichheit reduzieren und zusätzliche Kosten in der Zukunft vermeiden. Die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger wird ein Kriterium bei Gemeindeentwicklungs- und Verkehrsplanung sowie Gewerbeansiedlung.

Grüne Ganderkesee
setzen sich für die Förderung altersgerechter Wohnformen oder Wohnprojekte und für generationsübergreifendes Wohnen ein. Denn betreutes Wohnen, Wohngemeinschaften oder ambulante Wohn- und Pflegegemeinschaften sind für viele Menschen gute Alternativen.

Grüne Ganderkesee
wollen, dass Seniorinnen und Senioren so lange wie möglich selbstbestimmt in vertrauter Umgebung leben können. Barrierefreiheit in öffentlichen Bereichen muss ebenso selbstverständlich sein, wie ein bedarfsgerechtes Angebot an Hilfsdiensten und die zeitgemäße Ausstattung der Pflegeeinrichtungen.

Grüne Ganderkesee
begreifen Gesundheitsförderung und Prävention in allen Lebensabschnitten als kommunale Querschnittsaufgabe und wollen sie ins Zentrum politischer Entscheidungen rücken. Positive Beispiele sind die Gesundheitsförderung im Rahmen der Ernährungsberatung durch die regioVHS und das regionale Umweltzentrum (RUZ) sowie die kommunale Sportförderung durch den Ausbau von Sportstätten.


Gerechte Bildung in allen Lebensabschnitten

Für uns fängt Bildung mit der frühkindlichen Förderung unserer Kleinsten an und begleitet die Menschen unserer Gemeinde lebenslang bis hin zu Bildungsangeboten für Seniorinnen und Senioren. Bildungschancen in allen Bereichen dürfen hierbei nicht vom finanziellen Rahmen oder der Herkunft abhängen. Deshalb brauchen wir ein durchlässiges und transparentes Bildungssystem, das gut ausgebildetes und bezahltes Fachpersonal vorhält. Gleichzeitig müssen Bildungseinrichtungen gut und zukunftsweisend ausgestattet sein – von der Architektur bis hin zur Digitalisierung.

Zu einer guten Qualität gehört für uns vor allem ein guter Betreuungsschlüssel mit mindestens zwei ausgebildeten Fachkräften pro Gruppe, deutlich kleineren Gruppengrößen als bisher, Fortbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ausreichenden Verfügungszeiten, damit das Fachpersonal den deutlich   gestiegenen Anforderungen an den gesetzlich vorgeschriebenen Bildungsauftrag gerecht werden kann.

Grüne Ganderkesee
stehen für eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung. Krippen, Kindergärten und
Horte dürfen keine Verwahrstationen sein. Deshalb setzen wir uns für eine deutlichreduzierte Gruppengröße mit kompetentem Fachpersonal ein. Wir wollen die Betreuungseinrichtungen weiterhin zu Lern- und Lebensorten entwickeln, in die Kinder gern gehen, wo sie gefördert werden und sich entfalten können.

Grüne Schulpolitik verfolgt das klare Ziel, allen Schülerinnen und Schülern – unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen und regionalen Herkunft – einen bestmöglichen Bildungsabschluss zu ermöglichen.

Im Bereich Erwachsenenbildung stehen wir weiterhin für eine umfassende Unterstützung und Förderung der regioVHS, die bei der Wahrnehmung ihrer gesellschaftspolitischen Bildungsaufgabe nicht durch ökonomische Sparvorlagen eingeschränkt werden darf. Zudem nimmt die Regio-VHS eine wichtige Brückenfunktion ein vom schulischen Lernen hin zu einem lebenslangen individuellen Lernprozess, so dass ein weites Bildungsangebot für alle Altersstufen zu gewährleisten ist.

Grüne Ganderkesee
wollen lebenslanges altersentsprechendes Lernen mit qualifizierten Fachkräften und zukunftsorientierten Lernorten bei echter Chancengerechtigkeit unabhängig vom eigenen finanziellen Rahmen oder der Herkunft. Wichtig sind uns die Ausstattung der Schulen mit Sozialpädagoginnen und -pädagogen, Schulpsychologinnen und -psychologen sowie Investitionen in die Schulpädagogik.

Aktuell legen wir einen Schwerpunkt auf die Bewältigung der durch die Pandemie verursachten Defizite bei Schülerinnen und Schülern. Es muss sichergestellt werden, dass die vom Bund zugesagten Fördermittel in der Gemeinde ankommen und dort wie beispielsweise die Mittel für Bildung und Teilhabe bedarfsgerecht an die Familien verteilt werden. Die Gemeinde sollte in diesem Zusammenhang Eltern bei der Mittelbeantragung beraten und helfen.  


Miteinander und mit der Natur leben

Plätze

Grüne Ganderkesee
halten es für erforderlich, in der Gemeinde Ganderkesee geeignete Plätze als gerne genutzte Anziehungspunkte für alle Altersgruppen zur Verfügung zu stellen.

Vereine und Freiwillige Feuerwehren

Grüne Ganderkesee
stehen für eine Unterstützung der Arbeit von Ganderkeseer Vereinen und den Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Ganderkesee.

Lokale Versorgung und Co-working spaces

Grüne Ganderkesee

stehen für eine Ausweitung der Regionalisierung der Produktion und Vermarktung zur lokalen Versorgung der Bürger ohne weite Strecken zurücklegen zu müssen sowie für die Einrichtung eines Co-working-Büros in Ganderkesee.

Natur erhalten

Grüne Ganderkesee
stehen für konsequenten Baumschutz mit einer Baumschutzsatzung, Erhalt von Sträuchern und Hecken und eine an den jahreszeitlichen Rhythmus angepasste Bewirtschaftung von Straßen- und Wegeseitenrändern sowie eine naturnahe Bewirtschaftung der Gärten. Ein quantitatives und qualitatives Gewässermanagement muss für das gesamte Gemeindegebiet unter Berücksichtigung der Folgen des Klimawandels aufgebaut werden.

Regenwasser ist - z.B. für die Toilettenspülung - so weit wie möglich zu nutzen. Entsprechende Projekte werden durch die Gemeinde Ganderkesee gefördert.


Internationale Solidarität

Eine solidarische Lebens- und Wirtschaftsweise macht nicht an den Gemeindegrenzen halt. Beispiel dafür ist die Initiative Ganderkesee zur Fairtrade-Gemeinde zu machen, die dazu geführt hat, dass Ganderkesee im September 2019 als Fairtrade-Gemeinde zertifiziert wurde

Der Einkauf von Fairtrade-Produkten ist ein Teil einer Strategie zur Beseitigung von Fluchtursachen, die an der Verbesserung der Lebensbedingungen in den Ländern des Globalen Südens ansetzen, um die Zahl der Geflüchteten, die an den Grenzen der Europäischen Union sterben oder unter unwürdigen Verhältnissen in Lagern auf den griechischen Inseln leben zu verringern.

Grüne Ganderkesee
stehen für die Beseitigung von Fluchtursachen in den Ländern des Globalen Südens durch die Umstellung des Beschaffungswesens der Gemeinde auf Produkte des Fairen-Handels. Als Fairtrade-Gemeinde muss es das Bestreben von Verwaltung und Politik sein, immer mehr Händler und Betriebe dafür zu gewinnen, Produkte aus Fairem Handel bei ihren Unternehmen zu berücksichtigen. Wir Grüne setzen uns auch für ein wirksames Lieferkettengesetz für Deutschland ein.

Um möglichst viele Menschen aus den menschenunwürdigen Lagern in Griechenland und anderen südeuropäischen Ländern zu retten, unterstützt die Gemeinde Ganderkesee die Initiative „Seebrücke-schafft sichere Häfen“ und deklariert Ganderkesee als „Sicheren Hafen“.


Bürgergemeinde Ganderkesee

Bürgerbeteiligung ist nicht grundsätzlich neu, sondern wird in allen Gemeinden praktiziert und ist in einigen Bereichen, beispielsweise im Rahmen der Bauleitplanung, sogar vom Gesetzgeber vorgeschrieben. In der Bürgergemeinde geht es jedoch weit darüber hinaus um eine unmittelbare Beteiligung einzelner Bürgerinnen und Bürger und organisierter Gruppen an dialogischen Planungs-, Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen mit dem Ziel der aktiven Mitgestaltung des Gemeinwesens. Kennzeichen der Bürgergemeinde sind: Motivation, Information, Transparenz, Engagement und Teilhabe in einem Netzwerk williger Bürgerinnen und Bürger, die freiwillig Aufgaben und Entscheidungen in einer Gemeinschaft übernehmen. Bürgergemeinden sind gelebte Demokratie, die Bürger-Engagement und Bürger-Power erfordert. Es ist nicht nur legitim, sondern auch notwendig, dass Bürgerinnen und Bürger sich einmischen und einbringen, denn die Gemeinde ist das Gemeinwesen aller Einwohnerinnen und Einwohner.

Grüne Ganderkesee
stehen für eine Entwicklung der Gemeinde Ganderkesee zu einer Bürgergemeinde, die von einer aktiv und konstruktiv ausgerichteten Beteiligung von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung im Sinne einer Gemeinwohlorientierung geprägt ist und die eine dauerhafte Etablierung einer weitreichenden Bürgerbeteiligung zum Ziel hat.

Handlungsfelder

Die Handlungsfelder der Bürgergemeinde Ganderkesee sind die Bereiche, in denen sich die Bürgerinnen und Bürger beteiligen und einbringen. Dabei entwickelt sich die Bürgerbeteiligung schrittweise auf der Grundlage konkreter Projekte z. B. auf folgenden Gebieten:

  • Räumliche Entwicklung (Flächennutzung und Bauleitplanung)
  • Ortsbildgestaltung
  • Wohnumfeldgestaltung
  • Verkehrskonzepte
  • Entwicklung in den Hauptorten und Bauerschaften (Masterpläne, Bebauungspläne)
  • Finanzielle Prioritäten (Bürgerhaushalt)
  • Gestaltung von Beteiligungselementen

Um die gebotenen Beteiligungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, bedürfen die Bürgerinnen und Bürger Informationen und Kompetenzen, die durch Informationsmaterial rechtzeitig im Vorfeld oder bei entsprechenden Veranstaltungen vermittelt werden.

Beispiel Bürgerhaushalt

Die Mitwirkung der Bürgerschaft bei der Entscheidung über finanzielle Prioritäten wird im Rahmen eines Bürgerhaushaltes realisiert. Dieser bildet ein wesentliches Element auf dem Weg zur Bürgerkommune.

Grüne Ganderkesee
setzen sich gemeinsam mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Udo Heinen für die zeitnahe Einrichtung eines Bürgerhaushaltes in der Gemeinde Ganderkesee ein.

mehr auf Udo´s Website ....

#heinen21 auf Instragramm folgen