BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüne Oldenburg Land

Umwelt & Naturschutz

"Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.“ Dieser alte Slogan ist für „Die Grünen“ bis heute Leitbild, denn es gibt keinen Planeten „B“.  Natur- und Umweltschutz sind kein Selbstzweck, sondern sie schützen unsere menschliche Lebensgrundlage.

Wir begrüßen den Ende 2020 per Landesgesetz beschlossenen „Niedersächsischen Weg“ für mehr Naturschutz und die Erhaltung der Artenvielfalt. In Kooperation mit den Landwirten, den Umwelt- und Naturschutzverbänden, dem Landvolk und der Landwirtschaftskammer wollen wir diesen Weg umsetzen und Verantwortung für unsere Zukunft übernehmen.

Lebendige Feldraine, Wallhecken und Blühstreifen

Acker- und Wegeseitenränder, Feldraine sowie Wallhecken sind wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren (Biodiversität) und haben eine enorme Bedeutung bei der Vernetzung von Biotopen (Trittsteinbiotope). In den letzten Jahrzehnten sind viele solcher Biotope durch landwirtschaftliche Nutzung schmaler geworden oder sogar gänzlich verschwunden. Wir setzen uns dafür ein, dass Acker- und Wegeseitenränder sowie Wallhecken wieder in voller Breite mit naturschutzgerechtem Bewuchs entstehen.

GRÜN wählen für:

  • die Anlage von mehrjährigen Blühstreifen und eine verstärkte Förderung der Pflege und Neuanlage der landschaftsprägenden Wallhecken in der Gemeinde
  • eine konsequente Einhaltung der Wegeseitenränder an Gemeindestraßen und Wegen mit Schaffung einer Biotopstruktur
  • ein Konzept für die Pflege der Wegeseitenränder durch den Bauhof (abschnittsweise Pflege mit Abstand zur Grasnarbe bzw. zum Boden, um Kleintiere zu schützen)
  • die Schaffung von „Grünen Bändern“ mit hohem touristischem Potenzial
  • die Erstellung eines Biotopstrukturplans mit den vorhandenen und geplanten Vernetzungselementen
  • die bessere Überwachung von Wegeseitenrändern, z.B. mit heute möglichen Luftbildvergleichen (Landmap), und stärkere Ahndung von Verstößen

 

Schutz von Grundwasser und Fließgewässer

Schutz und Sicherung unseres Grund- und Trinkwassers sind existenziell. Schadstoffeinträge in das Grundwasser sind zu vermeiden. Deshalb fordern wir eine Wasserschutzberatung für landwirtschaftliche Betriebe. Der Fokus der Beratung muss sein, weniger Mineraldünger und Pestizide auf landwirtschaftlichen Flächen einzusetzen.

An Fließgewässern brauchen wir Schutzstreifen gegen schädliche Einträge von Flächen mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Breitere Schutzstreifen, wie im „Niedersächsischen Weg“ beschlossen, sind umgehend anzulegen.

Bedingt durch den Klimawandel nehmen Extremwetterlagen zu und gefährden unsere Grund- und Trinkwasserressourcen erheblich. Kennzeichen sind lange Trockenperioden oder Starkregenereignisse. Um die Auswirkungen von Dürre und Überschwemmungen zu kompensieren, ist dringend ein Wassermanagementplan zu entwickeln.

GRÜN wählen für:

  • die Förderung von Wasser speichernden und Boden schonenden Bewirtschaftungs-maßnahmen in der Landwirtschaft. Der Boden muss als Puffer und Wasserspeicher dienen, Bodenanalytik sollte für einen Humusaufbau und Begrünungsstrategien genutzt werden.
  • ein Wassermanagementkonzept, das Folgen des Klimawandels kompensiert und abmildert
  • die Renaturierung von Vorflutern und Drosselung des Wasserabflusses durch Drainagen
  • den Einbau von fischgängigen Staustufen in Entwässerungsgräben
  • den Einbau von Speicher- und Versickerungsanlagen
  • Anreize zu Wassersparmaßnahmen in Industrie und Gewerbe, öffentlichen Einrichtungen und Privathaushalten
  • die Verringerung der Entnahme von Wasser aus Fließgewässern und Tiefbrunnen zu Beregnungszwecken
  • Die Wasserentnahme aus dem Hegeler Wald für die Stadt Oldenburg wird abgelehnt. Wassersparmaßnahmen und Brauchwasserkonzepte für die Industrie könnten eine Alternative sein
  • die Rückhaltung und Versickerung von Oberflächenwasser in allen Baugebieten durch Bau von Regenrückhaltebecken, Dachbegrünungen, Retentionsräumen, Stauraum-kanälen etc. Wir brauchen die Festlegung in den Bauleitplänen, dass lediglich die Menge an Oberflächenwasser in die Vorflut oder Oberflächenwasserkanäle abgeleitet werden darf, die dem Abfluss der unversiegelten Flächen entspricht. (1,5l/sec/ha/a)

Erhalt und Schutz der Moore

Moore sind ein CO2-Speicher und nach dem Pariser Klimaschutzabkommen ausdrücklich zu schützen. Unsere Aufgabe ist es nun, dass Moore spätestens 2050 kein CO2 mehr emittieren. Die Entwässerung der Moore ist zu stoppen. Eine Wiedervernässungs-strategie ist zu entwickeln und umzusetzen. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Grünlandflächen auf Moorböden ist sicherzustellen.

GRÜN wählen für:

  • den Erhalt vernässter Moorflächen. Durch die Umgestaltung der Abwassergräben und eine Beschränkung der Grundwasserentnahme (durch den OOWV, VWG Oldenburg, durch weitere Brunnen der Landwirtschaft) wollen wir das Huntloser Moor, das Englische Moor, das Ahlhorner Moor und viele weitere kleine Moore schützen.

 

Schutzgebiete stärken und erweitern

Die Gemeinde Großenkneten gehört zum Naturpark Wildeshauser Geest und ist geprägt durch vielfältige Natur- und Landschafts-schutzgebiete, Flussniederungen, eine einmalige Wallheckenstruktur sowie von flächenhaften Natur- und Einzeldenkmalen. Diese gilt es stärker als bisher zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln. Dazu gehören auch die zahlreich in der Gemeinde angelegten Kompensationsflächen.

GRÜN wählen für:     

  • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor Ort, kein weiterer „Ablasshandel“ in anonyme Flächenpools, wie z.B. die der Landesforsten. Das kommt oftmals nicht wirklich bei der Natur an, sondern versickert in umfangreichen, kostspieligen Planungsmaßnahmen und endet oftmals sogar in Waldrodungen mit anschließender kostspieliger „Aufwertung“.
  • die Einrichtung eines Katasters über Ausgleichsmaßnahmen (Kompensationsflächenkataster). Regelmäßige Kontrollen ihrer Umsetzung (Monitoring) sind unerlässlich.
  • die Übersicht über gemeindeeigene Flächen und deren Einordnung bezüglich ihres ökologischen Potentials, beispielsweise zur Anlage sog. „Trittsteinbiotope“ und Entwicklung von entsprechenden Vernetzungsstrategien
  • die Überwachung der ökologischen Auflagen in unseren Neubaugebieten, Kontrolle entsprechender Vorgaben-Umsetzungen, Missbrauch und Vereinnahmung   angrenzender Brachflächen (Mähen, Baumschnitt etc.)
  • mehr Augenmaß bei Baumschnittmaßnahmen. Besonders unsere großen alten Eichen sind schützenswert. Da vitale Äste bei Eichen nicht ausbruchsgefährdet sind, reicht eine regelmäßige Baumkontrolle. Korrekturschnitte dürfen nur fachkundig und sparsam durchgeführt werden.
  • den Erhalt der heimischen Flora durch eine rasche Erkennung und Entnahme invasiver neuer Pflanzenarten (Neophyten), die die heimische Flora völlig verdrängen (z.B. Japanischer Staudenknöterich) oder giftig für unsere Wildbienen sind (Südafrikanisches Greiskraut)

 

Mehr Umwelt- und Naturschutzthemen in die Politik

All diese Ziele müssen mehr Raum und Aufmerksamkeit in den Gremien der Gemeinde bekommen.

GRÜN wählen für:

  • die Einrichtung eines Umwelt- und Klimaschutzausschusses
  • die Einrichtung eines Naturschutzbüros bzw.  eines Dienstzimmers in der Gemeinde, für alle Umweltbelange (Fragen/ Probleme der Bürger*innen)
  • mehr akute Umwelt- und Landschaftsschutzthemen in den Umwelt- und Planungsausschuss zum Schutz unserer wertvollen Landschaftselemente. Derzeit stehen fast ausschließlich auf Bauvorhaben bezogene Themen auf der Agenda.